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Schon vor dem Mauerfall ahnten viele Ostdeutsche, dass die Kultur des Westens einenstarken Einfluss auf sie haben würde. Sie sorgten sich darum, dass ihre eigene Kultur damit in den Hintergrund rücken und vielleicht sogar ganz verschwinden würde. Heute, nach einigen Ostalgie-Wellen, ist eindeutig erkennbar, dass beide Kulturen das Land beeinflusst haben und es zu dem machen, was es heute ist.

Dennoch stellte es sich – wie vorausgeahnt – heraus, dass die westliche Kultur einen stärkeren Einfluss auf den Osten haben würde, als anders herum. Amerikanische Produkte wie Schallplatten, Jeans und vieles mehr, die in der DDR verboten waren, waren bald im ganzen Land erhältlich und beliebt.

Der Einfluss Amerikas auf die westdeutsche Kultur war unübersehbar. Neben Jeans und Rock n Roll wurde John F. Kennedy 1963 in Berlin gefeiert, als er vor dem Schöneberger Rathaus den berühmten Satz “Ich bin ein Berliner” in seine Rede einfügte, um damit seine Solidarität zu zeigen. Ronald Reagan fand damals ebenso Zuspruch, als er Michail Gorbatschow dazu aufrief, “diese Mauer niederzureißen”. Die USA hatte als einer der treuesten Verbündeten einen großen Einfluss auf Westdeutschland. Später weitete sich diese Freundschaft auf das gesamte Land aus und somit auch auf die ehemalige DDR.

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Sobald die Mauer fiel, waren unmittelbar Veränderungen in Ostdeutschland zu bemerken. Vieles, was bis dahin verboten war, war nun zum ersten Mal erlaubt. Jugendliche machten sich mit westlicher Musik vertraut und durften zum ersten Mal große Konzerte beliebter Bands besuchen. Filme, die bis dahin verboten waren, durften angesehen werden und die strenge Zensur war auf einmal verschwunden. Unternehmer hatten ebenfalls mehr Freiheiten und es gab für die Bevölkerung mehr Unterhaltungsmöglichkeiten. Schon wenige Tage nach der Entmachtung Honeckers wurde ein Spielcasino im 37. Stock des damals noch "Stadt Berlin" genannten Hotels am Alexanderplatz eröffnet, hier ein historischer Artikel darüber aus dem Jahre 1990. Das Glücksspiel war unter Honecker verboten gewesen und die DDR galt neben Albanien und Rumänien als das letzte Land in Europa, das keine Spielbank besaß. Gäste konnten hier im Westen beliebte Spiele wie Bakkarat, Black Jack, Poker oder Roulette spielen und Gewinne in West-Mark nach Hause bringen.

Für die Menschen in Ostdeutschland war also vieles neu, Gewissheiten waren ganz plötzlich hinfällig und viele Dinge mussten nach der Wiedervereinigung ganz neu geklärt werden. Neben der öffentlichen Verwaltung musste auch die Post und Telekommunikation sowie der Bildungsbereich und die Wissenschaft neu organisiert werden. Der 2. Oktober 1990 war der letzte Tag in der Geschichte der DDR. Es gab feierliche Verabschiedungen, darunter eine Veranstaltung im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin. Auf beiden Seiten der ehemaligen Grenze herrschte eine sehr emotionale Stimmung. Sie war sowohl feierlich als auch zurückhaltend und zögerlich: Was würde nach dem Mauerfall passieren? Wie würde sich das Land zurechtfinden, vor allem da sich die DDR in einer Wirtschaftskrise befand? Wie würde sich das Leben für die Menschen verändern? Es standen viele Fragen offen.

Heute ist Deutschland nicht nur vereint, sondern auch ein Teil einer europäischen Gemeinschaft und konnte viele Probleme von damals beseitigen. Der Einfluss, den Westdeutschland auf die Kultur der ehemaligen DDR hatte, ist dennoch noch heute zu spüren und man kann sagen, dass das Land sich in vielen Aspekten an der Kultur von Westdeutschland orientiert hat.

Samstag, April 21, 2018

 

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