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Die Mauer fällt (1989)

  

Der Mauerfall wird durch die von Gorbatschow eingeleiteten Reformen in der Sowjetunion vorbereitet. Mit Perestrojka und Glasnost verbinden sich bald auch die Hoffnungen der Menschen im Osten Deutschlands. Während sich im Jahre 1989 die Opposition vor allem in kirchlichen, Umwelt- und Friedensgruppen formiert und durch Demonstrationen Druck ausübt, nutzen Tausende DDR- Bürger im Sommer 1989 die Möglichkeit über die ungarische Grenze oder die Botschaft in Prag in den Westen zu fliehen. Am 9. November fällt schließlich die Mauer. Politbüro-Mitglied Günther Schabowski geht durch einen Versprecher in die Geschichte ein.

 

 1989, 19. Januar ______________________________

Honeckers Irrtum

 

Die Reform in der Sowjetunion - die "Perestrojka" - ist längst in vollem Gange und die Widerstandsbewegung in Ostdeutschland formiert sich bereits, als Honecker erklärt, "die Mauer werde noch in 50 oder 100 Jahren bestehen". Honecker wird wenig später, nach 27 Jahren an der Macht, von den jüngeren Politbüromitgliedern entmachtet und durch Egon Krenz, den ehemaligen Chef der kommunistischen Jugendorganisation (FDJ), ersetzt (Sommer 1989).

 

 1989, 5. Februar _______________________________

Todesschüsse

 

Der 20jährige Chris Gueffroy wird bei einem Fluchtversuch erschossen - er ist das letzte Todesopfer an der Mauer. Insgesamt wurden seit 1961 239 Menschen an der Berliner Mauer durch Todesschüsse ermordet - eine traurige Bilanz.

 

 1989, 8. April __________________________________

Letzter Fluchtversuch

 

Grenzübergang Chausseestraße - die letzten Schüsse an der Mauer. Der Fluchtversuch zweier Jugendlicher wird durch einen Warnschuss gestoppt. Insgesamt sind seit 1961 über 5.000 Fluchtversuche unternommen worden, von denen leider mehr als 3.000 scheiterten und zu Verhaftungen und schwersten Repressalien führten. Nur sieben Monate später werden die Grenzübergänge auch für die weniger Mutigen passierbar sein.

 

 1989, Sommer ________________________________

Massenflucht und Demonstrationen

 

Tausende DDR-Bürger fliehen über Ungarn in den Westen. In allen großen Städten der DDR finden Demonstrationen gegen die SED-Regierung statt. Das System beginnt zu wanken. Die SED-Führung versucht vergeblich, sich zu erneuern. Der Glaube des Volkes an einen gerechten Sozialismus unter SED-Herrschaft ist verloren gegangen. Das Volk will Freie Wahlen und freien Reiseverkehr.

 

 1989, 9. November ____________________________

Die Mauer fällt

 

Die Mauer wird versehentlich geöffnet - durch einen Versprecher des SED-Politbüro-Mitgliedes Schabowski, der ankündigt, die Grenzübergänge zu öffnen (Dokument).
"Um befreundete Staaten ( in Anspielung an die Besetzung der Prager Botschaft und die Massenflucht von DDR-Bürgern über Ungarn) zu entlasten, hat man sich entschlossen, die Grenzübergänge zu öffnen."
Auf die Frage von Journalisten, ab wann diese Regelung gelte, beginnt Schabowski unsicher zu stottern: "Wenn ich richtig informiert bin, dann gilt diese Regelung unmittelbar."
Tausende Menschen vernehmen - fassungslos und noch ungläubig - diese Worte und setzen sich dann in Richtung West-Berlin und Westdeutschland in Bewegung. Die Grenztruppen wissen nicht, wie sie auf diesen Massenansturm reagieren sollen. Schließlich werden die Grenzübergänge geöffnet und die Menschen aus dem Osten und dem Westen Deutschlands fallen sich überglücklich in die Arme.

 

 1990, 30. Juni _________________________________

Einstellung aller Grenzkontrollen

 

Erst mit der Einstellung aller Grenzkontrollen hören die Schikanen für DDR-Bürger an den Grenzübergängen wirklich auf. Wenig später, am 21. September 1990, werden die Grenztruppen der DDR, ein wichtiger Pfeiler des Mauer-Regimes, aufgelöst.

 

 1990, 3. Oktober ______________________________

Wiedervereinigung

 

Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wird ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte abgeschlossen. Die Mauer wird systematisch abgebaut, wird in die ganze Welt verkauft, weicht neuen Bauvorhaben oder den Versuchen, den Ost- und den Westteil miteinander zu verschmelzen.

 

 1999, 9. November ____________________________

Die Mauer
in den Köpfen

 

20 Jahre nach ihrem Fall ist die physische Mauer kaum noch sicht- und erlebbar. Nur noch an wenigen Stellen kann man Mauerteile und Wachtürme besichtigen. Der Verlauf der Mauer ist nur noch von Kennern nachzuvollziehen (Touren). Aber die Stadt ist noch immer zweigeteilt. Eine unsichtbare Mauer trennt den Ost- vom Westteil. Noch immer sind die Ost- und die Westdeutschen nicht zu einer Nation zusammengewachsen. Vorbehalte gegen die Vergangenheit der anderen, ihre Erziehung, Ausbildung, Sprache oder Kleidung verhindern das Projekt Deutschland. Selbst in Berlin findet die Verschmelzung nicht in dem erhofften Maße statt. Alle Hoffnungen ruhen jetzt auf der Generation der Heranwachsenden, die nur wenn sie alle Vorurteile abstreift, dieses Projekt vollenden kann.